Montag, 29. Juni 2009

G8 Alarm in Italien - Pass noch gültig?

Im Zeitraum von 28. Juni bis 15. Juli sollten Italienreisende in punkto Reisepass Obacht walten lassen. Aufgrund des G8-Gipfels, der von 8. bis 10. Juli in L’Aquila stattfindet, ist mit schärferen Passkontrollen bei der Ein- und Ausreise zu rechnen. Zudem soll das Schengener Abkommen im oben genannten Zeitraum (bis 15.7.) außer Kraft gesetzt werden. Somit müssen die Pässe einwandfrei gültig sein – die sonst übliche Toleranz von bis zu fünf Jahren Ablauf wird in dieser Zeit wegen der besonderen Sicherheitsmaßnahmen nicht gewährt

Montag, 22. Juni 2009

Factsheet Sweden

Wer mir bis vor einem Jahr einreden wollte Urlaub im Norden sei Urlaub, bekam maximal ein bemitleidenswertes Lächeln ab. Im Urlaub muss es warm sein, besonders für einen Tiroler, der der sein Leben zu 1/3 im Winter und 2/3 im Kalten verbringt. Letztes Jahr hatte ich das Glück einen Tag in Stockholm sein zu dürfen. Nach wenigen Stunden war es klar, ein Tag in Schweden ist zu wenig, ich buchte mich für Mittsommer 2009 in Stockholm ein. Vom 17.06.09-21.06.09 war ich zu Gast in dieser wunderschönen Stadt. Hier mein Reisebericht, kurz und bündig als Facts&Figures um mit einigen Vorurteilen aufzuräumen und andere zu bekräftigen.

1) Schweden sind freundlich. Stimmt. Das nette und persönliche "Hej" das einem überall um die Ohren fliegt, ist nicht gekünstelt, die Schweden sind zwar höflich und etwas reserviert, jedoch stets freundlich und hilfsbereit.

2) Schweden ist teuer. Stimmt nicht. Das Preisniveau ist ähnlich wie in Österreich, Capuccino in der Innenstadt circa 2.50 €, auch die Preise im Restaurant ähneln unseren. Alkohol ist ein wenit kostspieliger, allerdings auch nicht dramatisch, ein grosses Bier kommt auf circa 4.50 €.

3) In Schweden gibt´s nix zu sehen, da das Land bis vor wenigen Jahren von barbarischen Wikingern besiedelt war, die nunmehr zu IKEA Angestellten umgeschult wurden. Stimmt nicht. Von allen Hauptstädten zwischen Rom und Stockholm die ich bisher besucht habe, können nur die wenigsten mithalten wenn es um Sights und Museen geht. Besonders positiv fällt auf, dass sich die Schweden grosse Mühe geben dem Besucher anders als z.B. die Italiener ihre Ausstellungsstücke und Prunkbauten nicht brachial aufs Auge zu drücken sondern grossen Wert auf Infotainment legen.

4) Alle Schwedinnen sind vollbusige Schönheiten, alle Schweden breitschultrige Adonise. Stimmt (leider) nicht. Die Schwedinnen sind auch nicht hübscher als die Ösetrreicherinnen, nach Ansicht meiner Frau haben unsere Ladies sogar die Nase vorn. Ich wiederum war der Ansicht dass die Schweden uns Ösis nicht das Wasser reichen können, hier wiederum widersprach mir meine Holde. Schönheit liegt eben doch im Auge des Betrachters ;-)

5) Im hohen Norden geht im Sommer die Sonne nicht unter, dafür ist es aber eiskalt. Stimmt nicht unbedingt. Die Sonne geht zwar unter, richtig dunkel wirds aber nicht, auch nicht im eher südlich gelegenen Stockholm. Hitzeschlachten schlägt man in Schweden keine, es ist aber auch nicht kälter als in Innsbruck. Im Winter wirds dafür nicht wirklich lange hell, zwischen November und März ist es tatsächlich weniger als recht frisch. Interessant das Temperaturempfinden der Skandinavier. Bei 15° gehen Sie mit kurzen Hosen, offenen Hemden und Sandalen spazieren.

6) Stockholm ist eine Reise wert. Stimmt. Die Stadt die auf 14 Inseln verteilt ist, sollte man gesehen haben. Königspalast, Stadshuset oder das Schloss Drottningholm sind nur einige der tollen Sehenswürdigkeiten. Bootsausflüge in die Schären, ein Spaziergang durch den Park Skansen mit Zoobesuch verzaubern den Besucher. Lauschige Cafes mit Leckereien und coole Bars direkt am Meer laden zum Verweilen ein. Der Gesamteindruck der Stadt in ihrem einzigartigen Backsteinlook verdient eindeutig 10 von 10 Punkte.

Dienstag, 16. Juni 2009

Der Expedient - ein Tausendsassa

Ich würde mal sagen, eine wirklich nette Tätigkeitsbeschreibung ;-)

Ich bin in der Lage gleichzeitig Preise für 3 Personen auszurechnen, Reservierungen in 5 verschiedenen Reservierungssystemen zu tätigen und 15 eingehende Telefongespräche anzunehmen. Ich spreche alle Sprachen und habe alle Länder der Erde besucht. Kenne jeden Strand und jedes Hotel, weiß alle Einreisebestimmungen für alle Nationen und Staatsbürger. Ich bin verantwortlich für das Essen im Flugzeug, für Verkehrsstaus, defekte Mietwagen, defekte Flugzeuge, das Wetter, eventuelle Kriege und Unruhen, sowie für die Wirtschaftslage und eventuelle ungünstige Umtauschkurse. Ich habe magische Fähigkeiten und kann Zimmer in ausgebuchten Hotels und Plätze in tollen Flugzeugen und Zügen reservieren. Außerdem bin ich in der Lage die Flüge zu Ihren Wunschzeiten starten und landen zu lassen. Ich weiß auch, dass Sie, wenn Sie einen Flug für Freitag gebucht haben, in Wirklichkeit samstags fliegen wollen. Ich lächele, bin mitfühlend und ersetze meinen Kunden gerne den Psychiater. Ich bin Ihnen gerne beim Abbau Ihrer Aggressionen behilflich und ertrage mit viel Ruhe auch die unflätigsten Beschimpfungen. Ich kann schauspielern, singen, tanzen und den Drucker reparieren. Ich ersetze die Flughafeninformation, kenne weder Sonn- noch Feiertage und arbeite gern unentgeltlich bis in die späten Abendstunden. Persönliche Freizeit ist mir ein Gräuel. Die einzige Freude meines Daseins ist es anderen selbstlos zu dienen.

Freitag, 12. Juni 2009

Der Duft der Wüste

Der folgende Blog Entry wurde uns von unserem Abenteuerreiseveranstalter World Wide Active zur Verfügung gestellt. Bina Löffler ist Reisejournalistin und hat diese Tour durch die Sinai mitgemacht.

Der Duft der Wüste Sinai

Von Bina Löffler

Farbige Gesteinsschluchten, unglaubliche Weite
endloser Täler, geduldige Kamele, die faszinierende
Lebensweise der Beduinen und zwischen den
Zehen nichts als Sand – wenn die Lust, die Wüste
zu erfahren, immer stärker wird...


Vor uns das Feuer, in uns die Neugier. Hinter uns die hölzernen Kamelsättel – aufgereiht und mit dicken Decken zu einer Sitzgelegenheit umfunktioniert. Wir tauchen in eine andere Welt ein, und kurze Zeit später schlafen wir ohne Luxus der 5 Sterne Hotels, dafür aber mit 5 Millionen Sternen am Abendhimmel. Ich liege entspannt in meinem Schlafsack – es ist die erste Nacht auf der Kamel-Trekking-Tour durch die Wüste Sinai. Hier bei Sada, einer Oase, haben wir unser Nachtlager aufgeschlagen. Jene Lebensquellen“ in der Wüste. Bester Muntermacher morgens kurz nach Sonnenaufgang und hervorragend für den körpereigenen Temmperaturhaushalt ist der zuckersüße schwarze Tee der Ägypter. Er wird vor, nach und
während dem Essen gereicht. Er ist so etwas wie „arabisches Heilmittel“ und schmeckt immer. Unsere treuen Begleiter in den nächsten Tagen sind acht Beduinen und zwölf ihrer Kamele, Starke und ausdauernde Kamele. Faszinierende Tiere. Das zeitweise Reiten auf ihren
Rücken ist meditativ und gewöhnungsbedürftig zugleich, aber man ist Teil der Karawane. Am ersten Tag sind wir bewusst nur zu Fuß unterwegs, so durchwandern wir den „Rainbow Canyon“ und werden an dessen Ende mit einem Blick über den Zentral-Sinai mit seinen bizarren Felsformationen belohnt, entstanden durch Wind und Erosion vieler Jahrhunderte.

Aber nicht nur per pedes kann man die SinaiWüste sehr gut erkunden, sondern auch auf dem Mountainbike. Die Trans-Sinai-Bike-Route führt ebenso entlang schroffer Granitfelsen, durch weite Täler, schöne Oasen und Hochebenen. So oder so – eine Reise auf der asiatischen Halbinsel ist spannend und wunderbar prägend. Unsere Kulisse für eine Woche ist historisch, an befindet sich schließlich auf geschichtsträchtigem Boden. Ägypten hat das Papier erfunden und die Pyramiden von Gizeh bei Kairo gehören zu den Sieben Weltwundern der Antike. Einen Schauplatz der Vergangenheit, und den einzigen touristischen Ort dieser Reise, werden wir am Ende persönlich erleben: den Mosesberg, auf dem einst die Zehn Gebote des Alten Testaments empfangen wurden und das Katharinen-Kloster. Der Genuss liegt aber ganz klar in der Abgeschiedenheit der Wüste, die eine so unfassbare Ruhe ausstrahlt. Selbst in ausgelatschten Sandalen sehen Beduinen glücklich aus. Das Beobachten der Beduinen in ihrem vertrautenund natürlichen Umfeld, das Zubereiten eines nahrhaften und leckeren Essens mit den wenigen Mitteln – all das wirkt auf mich vergleichbar mit einer Zeitreise. Sie backen ihr Brot immer noch im Sand oder auf Metallschalen über dem offenen Feuer. Ihre „Galabeas“, die langen Baumwoll-Gewänder, tragen sie stolz und selbst in den mittlerweile sehr ausgelatschten Sandalen schauen sie glücklich und zufrieden aus. Wir laufen bei durchschnittlich 4 km/h bis zu 6 Stunden am Tag. Drei Stunden vormittags, drei Stunden nachmittags – die Mittagshitze verbringen wir unter Schatten spendenden Akazienbäumen. Die hohen Tag- und Nacht-Unterschiede in der Wüste machen uns wenig aus, dennoch ist jeder von uns dankbar für das Energie spendende Feuer, welches uns die Beduinen Abend für Abend schenken. Sie sitzen in ihrer typischen Sitzposition – hockend – um das wärmende Licht. Diese Männer leben tief verwurzelt in ihren Traditionen; sie sind drahtig, und die zerfurchten Gesichter sind gezeichnet von Sonne und dem Leben draußen in freier Natur. Der Älteste unter ihnen, Soliman, ist 68. Wer denkt, die Wüste sei monoton und karg, der sei eines Besseren belehrt. Manchmal muss man geduldig sein, um etwas Grünes zu entdecken, aber die Wunder und Schönheit der Natur warten hier an vielen Stellen. Die Sonne scheint auf Kreidefels, Sandstein, Basalt. Ocker-Töne und Schwefelgelb wechseln sich mit Rostrot ab. Zwischendrin silberstreifen - Zeugen uralter Ablagerungen von Quarz. In den Steinwüsten wiederum die schwarzen Vulkankegel, die im krassen Gegensatz zum hellen Wüstensand stehen. Die Wüste – ein Ort, der alles andere ist als gleichmäßig. Manchmal kommt es mir vor wie ein Film, der keinen Ton braucht. Ezzat, unser Reiseleiter aus dem Sudan, der fließend deutsch spricht, füllt diesen Bildstreifen von Zeit zu Zeit mit seinem Humor, der wie sein Schatten nicht von der Seite weicht. Wir durchqueren im Laufe der Woche mehrere Canyons. Oft genug sind wir barfuß unterwegs, vermissen keinen Asphalt, keine vorgefertigte Straße, keinen ausgetretenen Pfad. Egal wo wir laufen, folgen wir stets dem Motto „nur Fußspuren zu hinterlassen“. Am besten nicht die gleichen wie der Vordermann. Denn beim Reisen geht es immer um Horizonterweiterung. Man will Neues erleben, Hinhören und Hinsehen. Nichts ist spannender als die Begegnung mit sich selbst und den Mitreisenden. Den Einheimischen offen und interessiert zu begegnen ist sicherlich der wichtigste Part. Und so sitzen wir Abend um Abend am Feuer und bestaunen die einfache Lebensweise der Beduinen abseits der Touristenpfade. Der Duft der Wüste Sinai und der Geschmack der Freiheit lässt uns lange
nicht mehr los. Ich schaue wieder einmal hoch in den sternenklaren Nachthimmel und spüre ganz genau, warum ich hier bin.

Bina Löffler ist Reisejournalistin und durfte diese einmalige von World Wide Active organisierte Reise in die Stille der Wüste im Oktober 2008 'life' miterleben.



Dienstag, 9. Juni 2009

Beschwerdemanagement

In meiner Zeit als Reiseleiter für TUI - Österreich Urlauber ist mir doch die eine oder andere Abstrusität untergekommen. Oft sind Hoteliers mehr ruchlose Raubritter denn gütige Gastgeber. Im Normalfall ist mit einem kleinen dem-Vertragspartner-auf-die-Finger-klopfen dann aber die Sache erledigt. Gut, wenn man über einen Reiseveranstalter gebucht hat dessen Service man in Fällen wie diesen nutzen kann und der einem in Notsituationen dann auch mal aushilft. Gerade in Zeiten in denen auf Hotelplattformen wie zoover oder direkt auf den Seiten des Reiseveranstalters jeder Mangel ohne grossen Aufwand beschrieben und entdeckt werden kann, ist es für Hoteliers aber ohnehin sehr wichtig den Kunden ohne WehWehchen der kleinen und grösseren Art entspannt wieder in die Heimat zu schicken.
Die Beschwerdequote liegt je nach Veranstalter zwischen 0,? und 5%. Qualitätsveranstalter wie TUI oder Airtours sind hier sicher im unteren Drittel zu finden, wäre dem nicht so wären mir in den Reiseleiterjahren wohl graue Haare gewachsen. Schief gehen kann immer mal was, je namhafter aber der Touroperator desto besser wird ihnen geholfen, die grossen Marken haben durchwegs Reiseleiter vor Ort direkt oder sind per Telefon 24/7 zu erreichen. Nicht umsonst heisst es "Schau auf die Marke."
Wie hat es einer unserer Kooperationspartner so schön ausgedrückt? Manchmal schreiben unzufriedene Schüler wirklich gute Zeilen. dieses Beispiel von Kundenbeschwerden eines Hotels an der Adria.
Also: je besser informiert Sie sich an die Buchung machen, desto eher können unliebsame Überraschungen im Urlaub vermieden werden. Namhafte Veranstalter wie TUI bieten auf Ihren Seiten durch die Bank Kundenkritiken direkt bei der Hotelbeschreibung an. Das schöne daran ist, dass es kaum zu Mißbrauch kommen kann, auf den Seiten der TUI können sich wirklich nur Gäste bewerkstelligen die tatsächlich vor Ort waren.

Samstag, 6. Juni 2009

Urlaub in Österreich

Zwei grosse Trends werden für das "Krisenjahr 09" (ich bringe es kaum übers Herz diesen so strapazierten Ausdruck in meinem schönen Blog weiter zu strapazieren) prognostiziert. All Inclusive Urlaub und Urlaub mit Eigenanreise.

Das Motto warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute ist so nah, ist aktueller denn je. Österreich gilt zu Recht als eines der schönsten, saubersten und sichersten Länder dieses Planeten. Und mal ganz ehrlich: was kennen Sie von Österreich? Bevor ich im TUI Incoming vor nunmehr 7 Jahren angefangen habe, kannte ich mich besser in Italien, Spanien und der Türkei aus als im Alpenbogen zwischen Bodensee und Wien. Waren es anfangs noch Dienstreisen die mich quasi zur Erkundung der eigenen Umgebung gezwungen haben, bin ich mittlerweile auch privat ein echter A - Fan geworden. Als gelernter Tiroler hab ich gewusst wie schön es im Ötztal ist, wusste aus Schulzeiten dass Wien und Salzburg sehenswert sind, hatte aber keine Ahnung welche Reize ein Trip nach Zell am See, in die Steiermark oder nach Oberösterreich bieten kann.

Das Hauptproblem des Urlaubslandes Österreich ist, dass es in den Köpfen der Österreicher noch als teuer verankert ist. OK, ein Skiurlaub in St. Anton IST teuer. Gerade aber im Sommer gibt es tolle Angebote. Zudem: die Zeiten als es in Italien oder Griechenland billig war sind vorbei. Gerade gestern habe ich mit meiner Frau, die momentan am Peloponnes urlaubt telefoniert. Eine Kinderportion Nudeln an der Poolbar für 9 €. Aber hallo!

Gerade Online - Anbieter wie alps-cities.at bieten Österreich Urlaub zu sensationellen Preisen an. 2 Nächte All Inclusive im Nationalpark Windischgarsten ab 85 €. Das schöne bei vielen Sommerangeboten: gerade für Familien wird mit den Angeboten der Tourismusverbände wirklich vieles inkludiert. Bergbahnen, Hallenbäder, Museen sind häufig gratis für Gäste der Region. Wer auf der Suche nach Entspannung ist, wäre in Loipersdorf in der südsteirischen Toskana Österreichs bestens aufgehoben. Oder doch lieber Österreich als Land der Berge kennenlernen? Insidertipp eines Älplers: im Kühtai, dem höchstgelegenen Ferienort Österreichs auf 2000 m können Sie die Seele 1a baumeln lassen. Ein echtes Erlebnis nicht nur für Wanderer. Mein Ausflugstipp Nummer1 überhaupt für alle Tirolurlauber: Richtung Kühtai liegt das Lüsenertal, nicht zu Unrecht gilt dieses Juwel neben Vent als der schönste Talabschluss Österreichs. Touristisch noch quasi ein Niemandsland kann man in idyllischster Natur seinen Zwetschkenkuchen zum Kaffee in Lüsens oder Praxmar inmitten der herrlichen 3000er Bergwelt rund um den Lüsener Ferner geniessen. Ich habe mich gestern per Fahrrad auf die Socken gemacht um ein Gletscherfoto für unsere Blogleser zu schiessen.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Angst vorm Alleinreisen?

Kennen Sie den Ausdruck der Dextrophobie? Nein? Es ist die Angst vor Dingen, die sich an der rechten Körperhälfte befinden. Sicherlich ein seltenes Phänomen. Weniger selten, leider ist mir dafür der Fachausdruck nicht bekannt, ist die Angst vorm Alleinreisen. Viele Menschen, auch langjährige Singles scheuen sich davor allein zu verreisen, man will ja nicht solo im grossen Speisesaal am Tisch sitzen. Ausgewiesene Singlereisen will man auch keine antreten, quasi, bin-zwar-single-habs-aber-nicht-nötig-jemand-kennenzulernen-will-aber-trotzdem-nicht-allein-sein. Sie kennen das? Ja? Jaaaaaaaa natürlich!
Magic Life hat sich dem Problem angenommen. In Clubs in Kemer und Marmaris (Türkei) und im Magic Life Africana Imperial (Tunesien) nehmen sich die Magic Angelo´s den Singles an. Magic Angelo, klingt jetzt wieder irgendwie nach billiger Kuppelei, ist es aber nicht. Eine persönliche Begrüssung, Clubrundgang und dann ein gemeinsames Mittagessen unter Gleichgesinnten, alles ganz zwanglos. Es wird also Zeit sich die Monophobie (tja, mittlerweile habe ich den Ausdruck gegoogelt) hinter sich zu lassen.

Dienstag, 2. Juni 2009

Vive la France!


Pfingstferien am Rennrad in den französischen Alpen und in der Provence. Gemeinsam mit einem Freund machte ich mich auf den Weg um in die Fußstapfen der Tour de France Helden zu begeben. Eine traumhaft schöne Anreise über die Schweiz, dann die Pässe Col de Forclaz und Col de Montets per Rad erkundet. Weiter ging es mit dem Auto über Chamonix am beeindruckenden Mont Blanc Massiv vorbei bis Cluses. Hier hielten wir an um den Col de Romme und den Col de la Colombiere, zwei Pässe der diesjährigen Tour de France zu bezwingen. Das schöne an den Pässen in Frankreich ist, dass sie zwar lang, die Steigungsprozent aber nicht so dramatisch sind wie wir es aus Österreich gewohnt sind. Für die Mühen entlohnte ein tolles Panorama bei Traumwetter. Unser Hotel am ersten Tag (um dem TUI Reisecenter Blog den kommerziellen Anschein abzuspachteln sei hier erwähnt dass wir es NICHT über TUI gebucht haben :-)) befand sich im kleinen Örtchen Aime, auf der gegenüberliegenden Talseite hinauf zur Skistation La Plagne. Topmotiviert wie ich war, ließ ich mir auch diese 1200 Höhenmeter nicht entgehen, tolle Steigung, der Ort selbst ist zwar in einer wunderschönen Landschaft gelegen, unterm Strich handelt es sich dabei aber um eine der typisch französischen Retortenorte am Skilift.

So perfekt der erste Tag verlief, so verkorkst der zweite. Bereits am ersten von 2 geplanten Anstiegen, dem Cormet de Roselend regnete es und die französischen Alpen zeigten ihr zweites, das kalte Gesicht. Die Aussicht auf den Aguile des Glaciers mit seinen 3816 m konnten wir bei kalten Temperaturen leider nicht entsprechend würdigen, der Pass war trotzdem ein Erlebnis der Extraklasse. Den Col de la Madeleine mussten wir wetterbedingt leider auslassen und fuhren direttissima weiter in die Provence zum Mont Ventoux, den wir am Sonntag im Rahmen eines Rennens bezwangen. Um mich für den folgenden Tag zu schonen setzte ich trotz Sonnenschein auf Kultur statt Radsport am Nachmittag und spazierte durch die beeindruckende Altstadt Avignons, der Residenz der Gegenpäpste. Ein lohnender Ausflug der das schlechte Wetter des Vormittags schnell vergessen machte und zu einem Provence Urlaub definitiv dazugehört. Kitschig fast schon sind die Stadtmauern und der Papstpalast bei typisch französischer Musik die einem aus jeder Gasse entgegenklingt.

Alles schlechte hat sein Gutes, wie sich wiedermal herausstellte. Konnten wir zwar unsere geplante Tour am Rad nicht wie gewünscht durchziehen, erwachte ich dafür bestens ausgeruht am Tag des Rennens. Mont Ventoux, Radsportfans geht das Herz allein beim Aussprechen des Namens dieses heiligen Berges auf. Mitten in der Provence steht er, 1912 m ragt seine Spitze in den Himmel, 1620 Höhenmeter am Stück sind zu bezwingen bevor man sich am Ausblick ergötzen darf den der Gipfel bietet. Faszinierend auch die Gerüche, Lavendelduft gepaart mit dem salzigen Duft des Meeres prägen die gesamte Region. Das Rennen lief wunderbar, ich konnte den 3. Platz erkämpfen, mein Freund Fredi wurde 23.. Nicht schlecht für 2 Tiroler im Land der Tour. Der Ventoux selbst hielt was ich mir versprach: ein unglaublich schöner, langer Anstieg, zuerst durch schattenspendenden Wald bevor es auf den letzten 7 km durch die berüchtigte Mondlandschaft hinauf zum Gipel geht. Die Abfahrt war leider wieder kalt und nass, was uns dazu bewegte das Szenario sofort zu verlassen und nach Monaco, der letzten Station unserer Tour zu jetten.

Die fürstliche Stadt an der Cote d Azur fällt leider eher unter die Kategorie Flop. Verbaut bis auf den letzten Quadratzentimeter, sehenswert lediglich das Casino und das Cafe de Vienne am Hafen. Ein Polizist hielt uns bei unserem Stadtspaziergang sogar an und verlangte unsere Ausweise, anscheinend waren ihm unsere Flip Flops und kurzen Hosen in der Stadt der Reichen und Schönen ein Dorn im Auge. Der letzte Tag war mit dem Col de Braus im Hinterland der Cote d Azur ein kurzer, der Wettergott war uns einmal mehr nicht wohlgesonnen.

Abschliessend bleibt zu sagen dass Frankreichs Regionen zwischen Hochalpen und Cote D Azur definitiv eine Reise wert sind. Ich hätte mir mehr Sonne und weniger Regen gewünscht, ein Erlebnis wars allemal. Besonders lobend weil unerwartet sei die Freundlichkeit der Franzosen erwähnt. Allen Vorurteilen zum Trotz wurden wir überall mit einem freundlichen Lächeln empfangen, das trotz meiner mangelhaften und Fredis inexistenten Französischkenntnisse. Die Cote d Azur ist wunderschön und nicht so teuer wie überall gewarnt wird, allerdings sollte man sich von den Hochburgen Nizza und Monaco fernhalten und sich für einen kleineren Urlaubsort entscheiden, mir wär´s hier für eine Woche Urlaub zu verbaut und verstellt. Die Provence ist mit ihren lieblichen Städtchen und dem einzigartigen südländisch - französischem Flair sicherlich ein lohnendes Urlaubsziel.